OT: »Дзве душы«, 1919 Aus dem Weißrussischen und mit einem Glossar von Norbert Randow, Gundula und Wladimir Tschepego Nachworte von Martin Pollack und Andreas Tretner 220 Seiten, € 20 [D] | € 20,50 [A] Gebunden, fadengeheftet und mit Lesebändchen ISBN 978-3-945370-01-8

Zwei Seelen

Maxim Harezki

Als kleiner Junge verliert Ihnat Abdsiralowitsch seine Mutter. Fortan wird der Sohn eines vermögenden Gutsbesitzers von einer Amme aufgezogen, die selbst einen Sohn hat, Wassil. Ihnat wächst zu einem melancholischen Mann heran, Wassil wird Schäfer. Während des Ersten Weltkriegs steigt Ihnat zum Kompaniechef auf, wird dann aber von der Front nach Moskau geschickt. Dort begegnet er seiner Amme wieder, und auch Wassil, der sich den Bolschewiken angeschlossen hat. Ihnat erkennt die Notwendigkeit sozialer Veränderung, gleichzeitig kann er sich nicht mit der Gewalt und der Brutalität der Revolutionäre anfreunden. Als ihm dann die Amme ein lange verschwiegenes Geheimnis offenbart, wird noch die letzte Gewissheit auf den Kopf gestellt.

Maxim Harezki hat mit Ihnat Abdsiralowitsch eine Figur geschaffen, in der sich die Widersprüche des weißrussischen Volkes spiegeln. Harezki schrieb inmitten der Revolutionswirren 1917/1918, aus dem Herzen des Geschehens, als eine historische Einordnung noch lange nicht möglich war. So ist »Zwei Seelen« nicht nur das Portrait eines in sich zerrissenen Helden, sondern auch ein literarisches Dokument, das Aufschluss gibt über Russland und Weißrussland in der Revolution, und die Disparität der revolutionären Bewegungen in einem fesselnden Roman festhält.

Diese Entdeckung ist bedeutsam. Denn die jahrzehntelange Vernachlässigung und Missachtung der Kulturräume im Osten Europas führen zu Missverständnissen, wie wir sie aktuell im Diskurs über die Ukraine erleben.

Ingo Petz, FAZ

Maxim Harezki schreibt mit erstaunlicher Klarsicht über einen jungen Mann, der zerrissen ist zwischen Sympathie für den Umsturz und Ablehnung der Gewalt, die er mit sich bringt.

Petra Ahne, Berliner Zeitung

›Zwei Seelen‹ ist ein aufregendes Stück Zeitgeschichte der Revolutionsjahre 1917/1918 in Weißrussland.

Lerke von Saalfeld, Deutschlandfunk

Auf engstem Raum versteht Harezki die Tonlagen so zu wechseln, dass man sich der faszinierenden Eigenart dieses Stils nur schwer entziehen kann.

Hans Rüdiger Schwab, Die Furche

Maxim Harezki

Als kleiner Junge verliert Ihnat Abdsiralowitsch seine Mutter. Fortan wird der Sohn eines vermögenden Gutsbesitzers von einer Amme aufgezogen, die selbst einen Sohn hat, Wassil. Ihnat wächst zu einem melancholischen Mann heran, Wassil wird Schäfer. Während des Ersten Weltkriegs steigt Ihnat zum Kompaniechef auf, wird dann aber von der Front nach Moskau geschickt. Dort begegnet er seiner Amme wieder, und auch Wassil, der sich den Bolschewiken angeschlossen hat. Ihnat erkennt die Notwendigkeit sozialer Veränderung, gleichzeitig kann er sich nicht mit der Gewalt und der Brutalität der Revolutionäre anfreunden. Als ihm dann die Amme ein lange verschwiegenes Geheimnis offenbart, wird noch die letzte Gewissheit auf den Kopf gestellt.

Maxim Harezki hat mit Ihnat Abdsiralowitsch eine Figur geschaffen, in der sich die Widersprüche des weißrussischen Volkes spiegeln. Harezki schrieb inmitten der Revolutionswirren 1917/1918, aus dem Herzen des Geschehens, als eine historische Einordnung noch lange nicht möglich war. So ist »Zwei Seelen« nicht nur das Portrait eines in sich zerrissenen Helden, sondern auch ein literarisches Dokument, das Aufschluss gibt über Russland und Weißrussland in der Revolution, und die Disparität der revolutionären Bewegungen in einem fesselnden Roman festhält.