(1957–1985) Aus dem Dänischen und mit einer Nachbemerkung von Inga Meincke Herausgegeben und mit einem Nachwort von Verena Stössinger 349 Seiten, € 24 [D] | € 24,70 [A] Gebunden, fadengeheftet und mit Lesebändchen ISBN 978-3-945370-17-9

Hier wird getanzt!

William Heinesen

William Heinesen (1900–1991) erfasste in seinen Romanen, Gedichten und Erzählungen, was das Leben auf den Färöern ausmacht, wie kein zweiter. »Hier wird getanzt!« bietet eine Auswahl seiner besten Erzählungen, mit denen Heinesen Archaik und Moderne gleichermaßen aufgriff und in einem ganz eigenen Ton das spezifische Inselleben der Färinger festhielt. Die Erzählungen und ihre Protagonisten sind wie die Inseln und ihre Bewohner geprägt vom rauen Meereswind, zerklüftet, umspült – Menschen wie Worte gehen vor der ewigen Weite von Himmel und See eigensinnig ihren Weg. Das Leben scheint klein auf den abgelegenen Inseln im nördlichen Atlantik, auf denen gerade einmal 50 000 Menschen leben, doch die Sehnsucht nach der Ferne ist groß, und im Kleinen lässt sich der ganze Kosmos umso konzentrierter ablesen.

Heinesen wuchs zweisprachig auf und schrieb Dänisch – auch um ein größeres Publikum zu erreichen. In seinen Erzählungen zeigen sich tiefe Feinfühligkeit und ein existenzieller Humor. Sie bewegen sich auf dem Grund der felsigen Inseln, reichen jedoch weit ins Reich der Fantasie, der Mythen und der Halluzinationen hinein. Manchmal fabuliert Heinesen selbstbewusst, ein anderes Mal berichtet er autobiografisch, und häufig mischt er beides ebenso wie Zeiten und Räume. Die Kontraste seien auf den Färöern stärker, sagte Heinesen einmal. In Inga Meinckes präziser Übersetzung, die den Leser das Meer und die Felsen schmecken lässt, lassen die Kontraste in Heinesens Geschichten klarsichtig auf den Grund der Dinge und das Wesen der Menschen blicken.

»William Heinesen, das spürt man, liebt sein literarisches Personal, die oft als spröde und sagenhaft starrsinnig verschrienen Färinger. (…) Auch in den vorliegenden Kurzgeschichten betrachtet Heinesen die Irrwege und Verfehlungen seiner Protagonisten mit Sympathie, ihre Schrulligkeit und Grobheiten, aber auch ihre Hoffnungen und Sehnsüchte. Seine tiefe Menschenfreundlichkeit verleiht dieser Erzählkunst aus dem hohen Norden Wärme und Kraft. Sie lässt diesen erstaunlichen Band leuchten und sorgt für elementare Glücksgefühle bei der Lektüre.«

Clemens Hoffmann, SWR2 Lesenswert

»Heinesen hat Weltliteratur geschrieben, auf Dänisch, in Perspektive, Stimmung und kulturellem Hintergrund aber färöisch. Er nimmt Bezug auf alte Sagen und Balladen, überführt das Archaische mit Humor und Herz in die Moderne. Viele färöische Begriffe und Redewendungen dienen dabei als ›Strömungsbrecher‹. Das weiß Inga Meincke, der mit ihrer vielstimmigen Übersetzung ein kleines Wunder gelungen ist.«

Mathias Schnitzler, Berliner Zeitung

»Dieser William Heinesen, ein Jahrhundertautor, schreibt eine Prosa voll von elegischer Einsamkeit und lärmenden Festen, deprimierender Leere und begeisterter Lebensbejahung. Seine Literatur kann grotesk und feinfühlig sein, Wirklichkeit und Traum sind ihr gleichermaßen vertraut, mit religiösen Eiferern kann er nichts anfangen, aber antireligiös ist er auch nicht zu nennen. Und seine Offenheit ist immer auch umsichtig, beinahe vorsichtig.«

Peter Urban-Halle, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»In ›Hier wird getanzt!‹ mit Erzählungen und biographischen Skizzen erweist Heinesen sich als scharfer Beobachter. ­(…) Die Weisheit der Färöer ist absolut zitierenswert: ›Sein Schicksal kennt keiner. Es lauert irgendwo, und plötzlich schlägt es seine Karnüffel in dich – wie Sanherib mit den roten Hahnenaugen.‹ Wer diese Erkenntnis in ihrer Gänze erfassen und zudem eine Menge über die Färöer lernen will, sollte das Buch lesen.«

Gabriele Haefs, jungle world

William Heinesen

William Heinesen (1900–1991) erfasste in seinen Romanen, Gedichten und Erzählungen, was das Leben auf den Färöern ausmacht, wie kein zweiter. »Hier wird getanzt!« bietet eine Auswahl seiner besten Erzählungen, mit denen Heinesen Archaik und Moderne gleichermaßen aufgriff und in einem ganz eigenen Ton das spezifische Inselleben der Färinger festhielt. Die Erzählungen und ihre Protagonisten sind wie die Inseln und ihre Bewohner geprägt vom rauen Meereswind, zerklüftet, umspült – Menschen wie Worte gehen vor der ewigen Weite von Himmel und See eigensinnig ihren Weg. Das Leben scheint klein auf den abgelegenen Inseln im nördlichen Atlantik, auf denen gerade einmal 50 000 Menschen leben, doch die Sehnsucht nach der Ferne ist groß, und im Kleinen lässt sich der ganze Kosmos umso konzentrierter ablesen.

Heinesen wuchs zweisprachig auf und schrieb Dänisch – auch um ein größeres Publikum zu erreichen. In seinen Erzählungen zeigen sich tiefe Feinfühligkeit und ein existenzieller Humor. Sie bewegen sich auf dem Grund der felsigen Inseln, reichen jedoch weit ins Reich der Fantasie, der Mythen und der Halluzinationen hinein. Manchmal fabuliert Heinesen selbstbewusst, ein anderes Mal berichtet er autobiografisch, und häufig mischt er beides ebenso wie Zeiten und Räume. Die Kontraste seien auf den Färöern stärker, sagte Heinesen einmal. In Inga Meinckes präziser Übersetzung, die den Leser das Meer und die Felsen schmecken lässt, lassen die Kontraste in Heinesens Geschichten klarsichtig auf den Grund der Dinge und das Wesen der Menschen blicken.